Baustoffoptimierung beim Gemeindezentrum Ludesch


Paul Ammann, Bürgermeister Ludesch; Fritz Studer, Umweltverband Vorarlberg;
Karl Torghele, IBO


Ökologische Ausrichtung


Das Projektvorhaben „Neubau Gemeindezentrum Ludesch“ ist durch einen integrativen Planungsprozess geprägt, der neben der klassischen Nutzungstauglichkeit, vor allem die Aspekte der Sozialverträglichkeit, Raumverträglichkeit, städtebaulichen Entwicklung und Nachhaltigkeit im Sinne des sparsamen Umgangs mit beschränkten Ressourcen sowie des sinnvollen Einsatzes von ökologischen und „gesunden“ Baumaterialien berücksichtigt.
Das Projekt wurde vom Anfang an ökologisch begleitet und optimiert. Instrumente bzw. Hilfestellungen dabei waren für die ökologische Bewertung der Passivhaus Bauteilkatalog und für die Ausschreibung und das Vergabeverfahren der Ökoleitfaden:
Bau Vorarlberg.

Um Umweltkriterien in der Beschaffung berücksichtigen
zu können, müssen diese bereits in der Ausschreibung formuliert werden. Die einfachste Vorgangsweise dabei ist die Festlegung von ökologischen Leistungsmerkmalen, die dann in die Leistungsbeschreibung integriert werden und gegebenenfalls
für die Zuschlagserteilung herangezogen
werden.


Ökologische Besonderheiten des Projektes


Die Bewertung gemäß Passivhaus-Bauteilkatalog und die Ausschreibung und Vergabe nach den Kriterien im Ökoleitfaden:Bau Vorarlberg führte zu folgenden ökologischen Besonderheiten des Projektes:
• Holzbau-Konstruktion mit Weißtanne aus heimischem Wald
• Konstruktiver Holzschutz
• Konsequenter Verzicht auf giftige oder umweltschädliche Materialien (genereller PVC-Verzicht
und HFKW-Verzicht, Vermeidung lösemittelhaltiger Farben und Kleber u.ä.)
• Einsatz von Baustoffen aus erneuerbaren Rohstoffen (Holz, Flachs, Schafwolle u.ä.)
• Begrenzung der Emissionen von Baustoffen in die Raumluft
• Bauökologische Qualitätssicherung
Um neben einer beispielhaften ökologischen Errichtung auch in der Nutzungsphase ein nachhaltiges
Gebäude-Konzept umzusetzen wurde folge Haustechnik eingesetzt:
• Passivhausstandard mit möglichst geringem Gesamtenergieaufwand
• Einsatz von erneuerbaren Energieträgern; Solarenergie,
Photovoltaikanlage und Sonnenkollektoren; Wärmeversorgung
durch örtlichen Biomasse-Nahwärme-Verbund
• automatische Be- und Entlüftung zur Erfüllung hygienischer
Standards
• Photovoltaikanlage: Überdachung des Dorfplatzes (ca.
350 m2) mittels einer transluzenten PV-Anlage (Energieeinspeisung ins Netz, Sonnen-/Regenschutz)

 

Projektergebnisse

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Lieferantenprüfung besonders wichtig ist, um die in der Ausschreibung festgelegten Ziele erreichen zu könnnen. Dies kann durch ausgebildete ExpertInnen für ökologisches Bauen erfolgen, weit unkomplizierter jedoch mit der ixbau.at, vor allem dann, wenn die Ausschreibungskriterien auf die Datenbankfilterkriterien abgestimmt sind.

Mehr dazu: Gemeindezentrum Ludesch Artikel Tagungsband Kongress "Gebäude der Zukunft"

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